Ich wohne nun seit 5 Monaten in der Kölner Südstadt und habe es am Mittwoch das 3. Mal zum Angeln an den Rhein geschafft. Vor einigen Monaten wäre das undenkbar gewesen, aber nun, da mich das Berufsleben eingeholt hat, ist das fast schon ein Erfolg. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Ich schnappte mir also um 20 Uhr meine Rute, den Kescher und meinen Streetfishing-Rucksack – Danke WPC2016 – und machen mich auf den 15-minütigen Fußweg in Richtung Rhein. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Wo ist das Wasser?
Als ich auf der Südbrücke stand, holte mich erstmal der trockene Sommer ein und offenbarte mir einen fast trockengelegten Kölner Rhein. Zanderangeln im Rhein bei Köln

Ich schlenderte hinunter zum Wasser auf der Suche nach einem vielversprechenden Platz. Die ersten Buhnenfelder schloss ich direkt wegen in raunen Mengen vorkommenden Grillgästen aus. Zanderangeln im Rhein bei Köln
An einer der Hinteren Buhnen wurde ich dann fündig und ließ mich fürs Erste nieder.
Die Taktik
Ich hatte mich dazu entschieden mit dem Kickback-Rig zu fischen, da ich keine Lust auf Hänger hatte und auch keine Lust einen 25g + Jigkopf zu montieren, um überhaupt in Grundnähe der Hauptströmung zu kommen. Das Kickback-Rig bietet hier den Vorteil, dass das Schwere Gewicht nicht am Köder befestigt wird, sondern an einem Seitenarm und so die Scheuchwirkung reduziert wird. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Ich wählte also ein 25g Dropshot-Blei und einen 4“ Keitech Swing Impact.

Wenn sich auf die Taktik Kickback-Rig nichts tun sollte, hatte ich mir als Alternative das Wobblerangeln vorgenommen.
Business as usual am Rhein!!!
Die ersten Würfe mit dem Kickback-Rig vergingen leider ohne Biss oder sonstige Vorkommnisse. Ich fand dabei jedoch heraus, dass sich vor mir nicht die Fahrrinne befand, sondern um ein Loch, welches zur Fahrrinne hin seichter wird, bevor es dann ins Tiefe abfällt. Mein Gefühl blieb gut und ich blieb weiterhin an dieser Stelle. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Und das war es natürlich soweit! Ein krasser wiederstand in der Rute. Anschlag…
Leider kam der Widerstand nicht von einem außerordentlich kapitalen Zander, auch nicht von einem kleinen Wels – nein, von einem fetten Einkaufswagen. Evtl. war es auch einfach nur ein Stein oder Brett. Ich hatte tatsächlich einen Hänger trotz Offset-Haken und Stabblei…
Naja, was will man machen. Goodbye Montage.
Rums!!!
Bereits jetzt war ich das Kickback-Rig satt und montiere meinen geliebten „Allesfänger“, den Aykido Minnow von Team Cormoran. Da ich recht nah an der Strömungskante stand, rechnete ich mir Chancen auf einen Rapfen aus. Ich machte also Wurf um Wurf. Nach einigen Würfen ging ich einige Meter weiter. Dabei fiel mir auf, dass sich dort eine alte Steinschüttung befand, die kaum zu erkennen war. Ich schätze, dass durch diese Schüttung und die daraus resultierende Strömungsveränderung, das genannte Loch entstanden sein musste. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Ich wechselte die Stelle nur direkt auf die Steinschüttung und warf meinen Wobbler in Strömungsrichtung aus. Bereits nach zwei Kurbelumdrehungen merke ich keinen richtigen Biss, eher einen Widerstand. Es war es recht unspektakulärer Biss, aber es war tatsächlich einer. Ich erwartete einen kleinen Rapfen, wobei eigentlich direkt klar war, dass mein Kontrahent definitiv zu wenig Dampf für einen Rapfen machte.
Einige Sekunden später hielt ich tatsächlich meinen ersten Südstadt-Zander in den Händen.

Mit knapp 50 cm war dieser Zander auch gar nicht mal so schlecht. Von meinen Angeltrips an den Leverkusener Rhein bin ich eher Exemplare zwischen 40 und 45 cm gewöhnt. Das krasse ist, dass ich auch diesen Fisch auf den unglaublichen Aykido Minnow im Dark Perch Design von Team Cormoran fangen konnte. Zanderangeln im Rhein bei Köln
Hier findet ihr die Vorstellungen von meinem Lieblingswobbler.
Der Bann ist also nun gebrochen und der erste Kölner Zander ist verhaftet. Ich freue mich auf weitere Trips an diesen Rheinabschnitt und hoffentlich weitere Fänge.